Startseite

17 Kulturwege
507 Einträge
mit 1710 Fotos

Aktuelles
Verschollenes

Historische Galerie
Fotogalerie
Veränderungen
Fotospaziergänge

Fotos ges.: 5542

Zufallsbild

Sgraffito am Forster Hof

Werbung
Rosenkalender 2020

Werbung
Kindheit


Werbung


Vorheriger Beitrag    Nächster Beitrag


Kunstwerke für Forst, die nie zu sehen waren
10.08.2019 08:02 - Helmut Fleischhauer
1989 wurden zwei Rosenfenster und ein Wandmosaik vom Büro für Architektur und Bildende Kunst beim Rat des Bezirkes in Cottbus für die geplante neue SED-Kreisleitung in Forst in Auftrag gegeben. Auftragnehmerin für die Kunstwerke war die Künstlerin Sigrid Noack, Guben.
Ein Berliner Unternehmen führte nach ihren Entwürfen die Bleiglasfenster aus mundgeblasenem Antik-Glas aus. Dieses kunsthistorisch wertvolle Glas hat wegen der Einschlüsse eine besonders lebendige Wirkung und wird und wurde bevorzugt in Sakralbauten verwendet. Der Berliner Dom sei hier als Beispiel genannt.
Die Fenster haben die Abmessung von 1,79 m x 0,95 m (Höhe, Breite), die Dicke der Bleiruten beträgt ca. 3 mm und das Gewicht liegt bei ca. 40 kg. Jeweils 2 Windeisen pro Fenster stabilisieren die Gläser.
Die Fenster waren eher fertiggestellt als der Bau der SED Kreisleitung.
Durch die Wende wurde das neue Gebäude nicht mehr als Kreisleitung genutzt, die Fenster gerieten in Vergessenheit und die Firma wurde liquidiert. Danach galten die Fenster 15 Jahre lang als verschollen.
Nachdem die Urheberin mit anwaltlicher Hilfe lange recherchierte, fanden sie sich wieder und sie ließ die Fenster auf eigene Kosten zu sich transportieren. Es ist ein wunderbares Beispiel, dass Zähigkeit letztendlich doch zum Erfolg führen kann.
Fotos der Fenster gibt es natürlich nicht, da sie noch nie verbaut wurden. Auf den beiden Fotos sind die Entwürfe zu sehen, nach denen sie hergestellt wurden.
In dem Gebäude, das für die SED Kreisleitung errichtet wurde, ist heute die Bundespolizei untergebracht. Die Bleiglasfenster sollten im zweiten und dritten Stockwerk an einer Giebelseite eingebaut werden. Die Künstlerin erinnert sich, dass es der Giebel vom Eingang aus gesehen links war. Da das Gebäude auch auf der Rückseite einen Eingang vom Parkplatz her hat, vermute ich, dass wegen der Sonne der Giebel zur Hermannstraße vorgesehen war. Bei Sonneneinstrahlung stelle ich mir die Wirkung der Farben in den langen Fluren fantastisch vor
Ich würde es begrüßen, wenn diese völlig unpolitischen Kunstwerke mit den Rosenmotiven eines Tages doch noch in Forst zu sehen wären; vielleicht findet sich eine Möglichkeit im Rahmen der Sanierung und des Umbaues des Textilmuseums.

Das Wandmosaik befindet sich in dem Nebengebäude, in dem lange Zeit die Forster Stadtbibliothek untergebracht war. Heute wird es ebenfalls von der Bundespolizei genutzt und ist deshalb nicht öffentlich zugänglich

Einige Forster werden sich an Sigrid Noacks Ausstellung im Kompetenzzentrum am 24. März 2017 mit dem Titel „Magische Orte – Geister und Götter“ erinnern. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Krishn Kypke mit seinem Konzert „Die Saiten der Welt“.

Arbeiten von Sigrid Noack befinden sich derzeit in 90 Museen und Sammlungen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, der Slowakei, den USA und in Australien. Das Land Brandenburg präsentiert Arbeiten von Sigrid Noack im „German House“, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNO in New York

Danke an die FWG, das Bundesamt für Immobilienaufgaben und die Bundespolizei Forst für die Möglichkeit, das Wandmosaik zu fotografieren.

Der Beitrag erschien am 2.8.2019 im Forster Wochenblatt.

Foto 1: Entwurf Bleiglasfenster 1 © Sigrid Noack
Foto 2: Entwurf Bleiglasfenster 2 © Sigrid Noack
Foto 3: Giebel zur Hermannstraße - Foto © H. P. Fleischhauer
Foto 4: Wandmosaik von Sigrid Noack - Foto © H. P. Fleischhauer







Vorheriger Beitrag    Nächster Beitrag
 
Werbung