Startseite :: Kulturwege (480 Einträge) :: Virtuelle Rundgänge :: Aktuelles :: Verschollenes :: Museen :: Fotospaziergänge
 
Vorheriger Beitrag    Nächster Beitrag


Marko-Heim, Marko-Eiche? Wer ist eigentlich Marko?
29.09.2018 22:30 - Frank Henschel
Eher zufällig entdeckten Mitglieder des Forster Museumsvereins und Freunde des Geschichtsstammtisches in dieser Woche einen besonderen Baum im alten Stadtpark – die MARKO-EICHE. Sie wurde 1932 zu Ehren des in Forst geborenen Paul M. Marko (1877-1940) gepflanzt.
Paul.M. Marko wuchs in einem Forster Waisenhaus auf. Mit 26 Jahren wanderte er als Mechaniker-Geselle nach Amerika aus.
In New York, genauer in Brooklyn begann er den Aufbau einer Akkumulatorenfabrik. Er entwickelte verschiedene Batterietypen u.a. für Autos und Radios. Mindestens 13 Patente kann man in historischen Verzeichnissen heute noch entdecken.
Marko wurde zu einem sehr erfolgreichen Unternehmer und engagierte sich darüber hinaus im Brooklyner Männerchor "Arion" und in der Handelskammer. Nach dem Verkauf der Firma 1928 widmete er sich verschiedenen Wohltätigkeitsunternehmungen und wurde Präsident des Wyckoff Heights Hospital in Brooklyn.
Doch der Kontakt zu seiner alten Heimat riss bis zu seinem Tod nicht ab. Allein oder auch mit dem Brooklyner Chor weilte er mehrfach in seiner Geburtsstadt. Vor allem Ende der 1920 ziger Jahre konnte er die Wirtschaftskrise nach dem großen Börsencrash 1929 in seiner einstigen Heimat nicht übersehen. In mehreren Chargen übergab Marko der Stadtverwaltung über 100.000 Reichsmark, die zur Unterstützung notleidender Familien, von Armen und Kranken verwendet werden sollten. Weitere 10.000 Reichsmark stiftete er dem Forster Waisenhaus, um den Kindern jährlich eine Ferienreise zu ermöglichen.
Das Waisenhaus trug fortan den Namen "Marko-Heim". Heute steht dieses Heim in der Virchowstraße leer und harrt einer Nachnutzung. 1932 wurde ihm zu Ehren eine Eiche im Stadtpark gepflanzt. Eine schöne Erinnerung und Wiederentdeckung an einen Wohltäter, der trotz der großen Entfernung von über 6000 km, seine Heimat nicht vergaß!

Frank Henschel
f.henschel@gmx.de









Vorheriger Beitrag    Nächster Beitrag
 
Werbung